Iran droht USA mit geografisch uneingeschränkter Antwort

Irans Oberster Führer Modschtaba Chamenei hat die USA vor weiteren Angriffen auf die Islamische Republik gewarnt und eine weitreichende Vergeltung angekündigt. Vor führenden Militärkommandanten sagte er laut offizieller Erklärung: Sollte der Feind Iran angreifen, werde „eine sofortige, wirkungsvolle und geografisch uneingeschränkte Antwort folgen“. Zugleich betonte Chamenei, Teheran werde „den Zeitpunkt und die Bedingungen für dessen Ende festlegen“.

Armee und Außenminister schließen sich Drohungen an

Auch die iranische Armee warnte vor den Folgen neuer US-Angriffe. Armeesprecher Mohammed Akraminia schrieb im Onlinedienst X, sollten die USA „abermals zu regionalen Abenteuern aufbrechen, werden die Flammen des Krieges zweifellos ein weitaus größeres geografisches Gebiet erfassen“. Außenminister Abbas Araghtschi drohte all jenen, „die es wagen, unserem Volk Schaden zuzufügen“. Die „mächtigen“ iranischen Streitkräfte würden gegen diese vorgehen, sagte er dem Sender Al Jazeera. Ein Treffen mit US-Vertretern plane die Führung derzeit nicht, so Araghtschi; unter den gegenwärtigen Umständen bestehe keine Notwendigkeit dafür. Die Bedingungen Irans seien klar, die Beratungen mit Vermittlern dauerten an.

Diplomatie trotz Spannungen

Der Krieg gegen Iran begann Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels. Nach dem Scheitern einer Vereinbarung zwischen Washington und Teheran im Juni gerieten die Verhandlungen ins Stocken. Zuletzt gab es Spekulationen über mögliche neue US-Angriffe nach den Kongresswahlen am kommenden Dienstag. Medienberichten zufolge ließ sich US-Präsident Trump bei einem Treffen mit Admiral Brad Cooper, dem Chef des US-Regionalkommandos Naher Osten, militärische Optionen im Iran darlegen. Das „Wall Street Journal“ wertet dies als mögliches Zeichen für einen bevorstehenden bedeutenden Einsatz der US-Streitkräfte.

Dennoch wurden die diplomatischen Bemühungen zur Verhinderung einer erneuten Eskalation diese Woche verstärkt. Am Freitag traf eine katarische Delegation in Teheran zu Gesprächen mit hochrangigen iranischen Vertretern ein. Katar vermittelt zwischen den Kriegsparteien. US-Vizepräsident J.D. Vance kontaktierte laut US-Medienberichten den iranischen Chef des Obersten Nationalen Sicherheitsrats. Das Schreiben bezog sich eher auf einen „möglichen Verhandlungsrahmen“ als auf Einzelheiten eines Friedensvorschlags. Außenminister Araghtschi bestätigte den Erhalt des Briefes und sprach von einem positiven Schritt. Sollte das Ziel Washingtons jedoch darin bestehen, Zwietracht zu säen, wäre dies ein weiterer Fehler, sagte er.

Modschtaba Chamenei ist der Nachfolger seines Vaters Ajatollah Ali Chamenei, der seit 1989 an der Spitze der Islamischen Republik stand und am ersten Tag des US-israelischen Krieges gegen Iran am 28. Februar getötet wurde. Der jüngere Chamenei ist seither nicht öffentlich aufgetreten; nach seiner Amtsübernahme wurden keine aktuellen Audio- und Videoaufnahmen von ihm veröffentlicht. US-Medienberichten zufolge wurde er bei dem Luftangriff, durch den sein Vater starb, schwer verletzt. Irans Staatsfernsehen bezeichnete ihn vor Monaten als „Kriegsversehrten“, ohne Einzelheiten zu nennen. Als Oberster Führer ist er religiöses Oberhaupt, Oberbefehlshaber der Streitkräfte und bestimmt die grundlegende Politik.

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