Reservisten leihen Waffen aus den 80ern – Bundeswehr in der Krise
Die Bundeswehr kämpft mit einem ernsten Ausrüstungsproblem: Reservisten müssen sich Waffen und Funkgeräte aus den 1980er Jahren von anderen Truppenteilen ausleihen, weil eigene Bestände schlicht fehlen. Das ist kein Einzelfall – es ist System.
Veraltetes Gerät, fehlende Bestände
Bei Übungen greifen Reservistenverbände regelmäßig auf Funkgeräte zurück, die seit Jahrzehnten eigentlich ausgemustert sein sollten. Manche Geräte stammen noch aus der Zeit des Kalten Krieges. Ersatzteile? Kaum noch aufzutreiben. Und die Kompatibilität mit modernen Systemen ist minimal bis gar nicht vorhanden. Schätzungen des Reservistenverbands zufolge fehlen allein bei den aktiven Reserveeinheiten rund 30 Prozent der vorgeschriebenen Grundausstattung.
„Wir flicken zusammen, was wir kriegen können“, sagte ein Sprecher des Deutschen ReservistenVerbands. „Das kann auf Dauer keine Lösung sein.“
Politischer Druck wächst
Der Verteidigungsausschuss des Bundestags hat das Thema bereits auf der Agenda. Der Sonderfonds der Bundeswehr über 100 Milliarden Euro sollte eigentlich Abhilfe schaffen – doch bei den Reservisten kommt davon bislang wenig an. Priorität haben Kampfpanzer, Artillerie, Luftabwehr. Die Reserve wartet.
Bis 2027 will das Verteidigungsministerium die Reservestrukturen grundlegend modernisieren. Ob das gelingt, hängt nicht zuletzt davon ab, ob die Politik endlich begreift: Ohne funktionsfähige Reservisten gibt es keine echte Landesverteidigung.
