AfD erhöht Druck bei Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern
Die AfD hat bei den Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern erneut kräftig zugelegt – und die etablierten Parteien stehen unter massivem Erklärungsdruck. Die Rechtspopulisten verzeichnen Umfragewerte, die vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen wären. Das ist keine Momentaufnahme mehr. Das ist ein Muster.
Starke Ergebnisse setzen Koalitionen unter Zugzwang
In Mecklenburg-Vorpommern kommt die AfD laut aktuellen Hochrechnungen auf rund 24 Prozent – ein Zuwachs von mehreren Prozentpunkten gegenüber der letzten Wahl. In Berlin sieht es ähnlich aus: Die Partei konnte in vielen Bezirken im Osten der Stadt zweistellige Ergebnisse einfahren, in Marzahn-Hellersdorf lag sie zeitweise sogar auf Platz eins. Für die SPD, die in Schwerin seit Jahren regiert, ist das ein schmerzhafter Weckruf. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hatte gehofft, dass ihre starke persönliche Bekanntheit die Verluste begrenzen würde. But that strategy only worked up to a point.
Die CDU in Berlin wiederum kämpft darum, die Koalitionsverhandlungen nicht noch einmal in eine Sackgasse zu manövrieren, wie es zuletzt 2023 der Fall war. And yet die Frage bleibt: Wer regiert am Ende mit wem? Eine Zusammenarbeit mit der AfD schließen alle anderen Parteien kategorisch aus – so zumindest das offizielle Bekenntnis. „Wir werden keine Koalition mit der AfD eingehen, das ist und bleibt unsere klare Haltung“, sagte ein Sprecher der CDU Berlin am Wahlabend.
Still, die Mathematik macht es komplizierter. In Mecklenburg-Vorpommern droht eine Regierungsbildung ohne die AfD rechnerisch schwierig zu werden, wenn mehrere kleine Parteien an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.
Was treibt die Wähler zur AfD?
Die Antwort ist nicht einfach. Ja, es gibt die klassischen Themen: Migration, innere Sicherheit, steigende Lebenshaltungskosten. In Mecklenburg-Vorpommern spielt zusätzlich die wirtschaftliche Perspektivlosigkeit vieler ländlicher Regionen eine große Rolle. Die Arbeitslosenquote liegt dort immer noch deutlich über dem Bundesdurchschnitt von rund 5,7 Prozent.
But es wäre zu einfach, die AfD-Wähler nur als Protestwähler abzutun. Viele von ihnen wählen die Partei inzwischen aus Überzeugung – das zeigen Nachwahlbefragungen deutlich. Rund 40 Prozent der AfD-Wähler in Mecklenburg-Vorpommern gaben an, die Partei nicht trotz, sondern wegen ihrer Positionen zur Migrationspolitik gewählt zu haben. Das ist ein Unterschied, den die anderen Parteien endlich ernst nehmen müssen.
Die Konsequenzen dieser Wahlen werden weit über Berlin und Schwerin hinaus zu spüren sein. Die Bundestagswahl wirft ihren Schatten voraus – und die AfD weiß das. Sie wird diese Ergebnisse als Momentum nutzen, als Beweis, dass sie keine temporäre Erscheinung ist. Für die Mitte des politischen Spektrums wird der Herbst 2025 zur entscheidenden Belastungsprobe.
