Gen-Z-Mafia: Warum junge Clans Deutschland bedrohen
Die organisierte Kriminalität in Deutschland bekommt ein neues Gesicht – und es ist erschreckend jung. Sicherheitsbehörden warnen zunehmend vor einer Generation krimineller Netzwerke, deren Mitglieder oft keine 25 Jahre alt sind und trotzdem Millionenumsätze erzielen.
TikTok, Telegram und Territorialkämpfe
Was die sogenannte Gen-Z-Mafia von klassischen Strukturen unterscheidet, ist ihre digitale Infrastruktur. Rekrutierung läuft über soziale Medien. Drogenhandel wird über verschlüsselte Messenger-Dienste organisiert. Und die Gewaltbereitschaft ist, laut Ermittlern, deutlich höher als bei älteren Generationen krimineller Strukturen. In Berlin wurden allein im ersten Halbjahr 2024 über 340 Fälle registriert, die auf solche Netzwerke zurückgeführt werden – ein Anstieg von fast 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Das Bundeskriminalamt schätzt, dass diese Gruppen jährlich bis zu 600 Millionen Euro im Schwarzmarkt umsetzen. Hauptgeschäftsfeld bleibt der Drogenhandel, aber auch Cyberkriminalität und Schutzgelderpressung nehmen zu.
„Wir sehen flachere Hierarchien, schnellere Entscheidungswege und eine erschreckende Skrupellosigkeit“, sagte ein leitender Ermittler des Landeskriminalamts NRW gegenüber deutschen Medien.
Warum der Staat hinterherhinkt
But die Behörden kämpfen mit veralteten Werkzeugen. Gesetze, die für analoge Verbrecherbanden geschrieben wurden, greifen bei hybriden digitalen Netzwerken oft nicht. Und Zeugen schweigen – aus Angst oder weil sie selbst Teil des Systems sind.
Noch ist kein Ende dieses Trends in Sicht. Experten fordern dringend neue gesetzliche Befugnisse und mehr internationale Kooperation. Ohne konsequente Reformen dürfte das Problem in den kommenden Jahren deutlich größer werden.
