Eurostat: Fragile Industrieerholung, weiterhin minus 2,1% im Jahresvergleich

Die Industrieproduktion im Euroraum stieg im März 2026 um 0,2% und in der EU insgesamt um 0,8% gegenüber Februar, so die am Dienstag, 13. Mai 2026 von Eurostat veröffentlichten ersten Schätzungen. Die Daten bestätigen eine fragile sequenzielle Erholung – doch der Jahresvergleich bleibt deutlich negativ: Die Produktion lag im Euroraum um 2,1% und in der EU um 1,0% niedriger als im März 2025.

Aufschlüsselung nach Hauptgruppen

Die Produktion von Vorleistungsgütern stieg um 0,9%, von Investitionsgütern um 1,1% und von langlebigen Konsumgütern um 0,5%. Die Energieproduktion sank um 1,5%, was auf eine geringere Nachfrage aufgrund milderer Frühjahrstemperaturen und anhaltende Einschränkungen bei den russischen Gasimporten zurückzuführen ist. Der stärkste Rückgang war bei nicht-langlebigen Konsumgütern zu verzeichnen, die um 4,5% sanken.

Situation in den Mitgliedstaaten

Die höchsten monatlichen Zuwächse wurden in Denmark (+8,4%), Bulgaria (+5,8%) und Poland (+5,4%) verzeichnet. Die größten Rückgänge gab es in Belgium (-3,0%), Estonia (-2,6%) und Sweden (-1,9%). Der Jahresvergleich zeichnet ein noch deutlicheres Bild: Die stärksten Rückgänge im Jahresvergleich gab es in Ireland (-19,4%), Luxembourg (-5,7%) und Malta. Unter den größeren Mitgliedstaaten tragen Germany und Italy weiterhin die Hauptlast des Energieschocks.

Revisionen und Verlauf

Die Veröffentlichung enthält auch bemerkenswerte Revisionen: Die monatliche Veränderung für Februar 2026 wurde sowohl im Euroraum als auch in der EU von +0,4% auf +0,2% nach unten korrigiert. Aufeinanderfolgende Abwärtskorrekturen wie diese deuten darauf hin, dass auch die ersten April-Zahlen, die Mitte Juni veröffentlicht werden, erheblichen Anpassungen unterliegen werden.

Politische Implikationen

Die Frühjahrsprognose 2026 der Kommission wird am 21. Mai 2026 erwartet. Die ECB hatte in ihren Projektionen vom März 2026 die Wachstumsprognose für den Euroraum 2026 bereits von 1,2% auf 0,9% nach unten und die Inflationsprognose 2026 von 1,9% auf 2,6% nach oben korrigiert. Die nächste EZB-Sitzung am 4. Juni wird die erste sein, die Daten aus der Zeit nach dem Iran-Krieg vollständig integriert.

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