EU Inc: Wie das 28. Unternehmensregime den deutschen Mittelstand veraendern koennte

Das von der Europaeischen Kommission vorgeschlagene 28. Unternehmensregime, unter dem Arbeitstitel EU Inc bekannt, ist zu einem Schwerpunkt der europaeischen Wettbewerbsagenda geworden. Es soll eine einheitliche europaeische Rechtsform schaffen, die parallel zu den 27 nationalen Gesellschaftsrechten existiert, damit Start-ups im Binnenmarkt skalieren koennen, ohne in jedem Land separate Tochtergesellschaften zu gruenden.

Was EU Inc vorsieht

Unternehmen koennten vollstaendig digital ueber eine zentrale EU-Plattform gegruendet werden, einem harmonisierten Steuerrahmen folgen und gemeinsame Arbeitnehmer- und Verbraucherstandards aus bestehenden EU-Richtlinien anwenden. Die Kommission argumentiert, die Rechtszersplitterung gehoere zu den groessten Hemmnissen fuer europaeische Wachstumsunternehmen.

Der Draghi-Kontext

EU Inc ist Teil der wirtschaftspolitischen Neuausrichtung im Anschluss an den Draghi-Bericht von September 2024, der die fragmentierten Kapital- und Unternehmensmaerkte als zentrales Wettbewerbshindernis benannte. Mehrere Empfehlungen, von der Kapitalmarktunion bis zur Vereinfachung des Beihilferahmens, werden parallel verfolgt, mit gemischter Bilanz nach achtzehn Monaten.

Wirtschaft dafuer, Gewerkschaften skeptisch

Industrieverbaende, darunter der BDI und BusinessEurope, fordern eine rasche Verabschiedung und verweisen auf die hohen Skalierungskosten der heutigen Rechtszersplitterung. Gewerkschaften, auf europaeischer Ebene der ETUC, warnen hingegen, eine parallele Rechtsform koennte zur Umgehung nationaler Arbeitnehmerschutz- und Mitbestimmungsregeln dienen. In Deutschland ist die Mitbestimmung ein besonders sensibler Punkt.

Der weitere Weg

Das Dossier fliesst in die breiteren Wettbewerbsdiskussionen bis zum Europaeischen Rat am 23. und 24. Juni ein, bei dem die Staats- und Regierungschefs Industriepolitik, Erweiterung und den naechsten EU-Haushalt zusammen abwaegen. Fuer den deutschen Mittelstand lautet die praktische Frage, ob EU Inc Huerden senkt, ohne ein Zwei-Klassen-System zu schaffen.

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