Brüssel beobachtet Trump-Xi-Gipfel mit wachsender Sorge

Der Europäische Auswärtige Dienst beobachtet mit Sorge, wie Präsident Donald Trump und der chinesische Präsident Xi Jinping am Donnerstag, den 14. Mai 2026, ihren zweitägigen Staatsgipfel in Peking eröffneten. Die Eröffnungssitzung dauerte zwei Stunden und fünfzehn Minuten — es ist der erste Staatsbesuch eines amtierenden US-Präsidenten in China seit Mr Trumps vorherigem Besuch im Jahr 2017.

Der Brennpunkt Taiwan

Der pointierteste Moment der Eröffnung kam laut einer Erklärung des Pekinger Außenministeriums, als Präsident Xi Mr Trump davor warnte, dass ein falscher Umgang mit der Taiwan-Frage „Zusammenstöße und sogar Konflikte verursachen und die gesamte Beziehung in große Gefahr bringen würde“. Für Brüssel stellt sich unmittelbar die Frage, ob die Vereinigten Staaten ihre Formulierungen zu Taiwan in einem gemeinsamen Kommuniqué abschwächen — eine Entwicklung, die europäische Hauptstädte dazu zwingen würde, ihre eigene Haltung in Fragen der Taiwan-Straße neu auszurichten, insbesondere bei Waffenverkäufen und Konsultationen mit Taipeh.

Der Hormus-Hebel

Die zweite EU-Sorge gilt dem Krieg im Iran und der teilweisen Schließung der Straße von Hormus, die mit rund 5 % des Handelsverkehrs von vor dem Konflikt weiterhin stark eingeschränkt ist, während Brent-Rohöl über 103 Dollar pro Barrel gehandelt wird. Es wird allgemein erwartet, dass Mr Trump Peking dazu drängt, seinen Einfluss auf Teheran zu nutzen, um eine Wiedereröffnung der Straße zu vermitteln. Für die EU würde eine erfolgreiche Deeskalation zwischen USA, China und Iran den Energie- und Inflationsdruck lindern, der das makroökonomische Umfeld des Blocks umgestaltet hat.

Handel und EU-Exponierung

Die dritte Sorge betrifft den Handel. Der Trump-Xi-Waffenstillstand vom Oktober 2025 führte dazu, dass Washington die Zölle auf chinesische Waren von 57 % auf 47 % reduzierte. Jede Verlängerung dieses Waffenstillstands würde sich direkt auf das Handelsumfeld für europäische Unternehmen auswirken, die in beiden Märkten tätig sind. Handelskommissar Maroš Šefčovič hat in den letzten Wochen die Konsultationen mit Washington und Peking intensiviert.

Die strukturelle Interpretation

Jenseits der unmittelbaren Treffen verstärkt der Gipfel eine strukturelle Frage für die europäische Politik: Wie abhängig sollte die EU von der US-geführten China-Politik bleiben? Ein hochrangiger EEAS-Beamter bemerkte am Mittwoch: „Was auch immer das gemeinsame Kommuniqué am Freitag sagt, unsere Aufgabe am Montag bleibt dieselbe — den Aufbau europäischer Handlungsfähigkeit für den Fall, dass sich die amerikanische Aufmerksamkeit anderswohin richtet.“ Das gemeinsame Kommuniqué wird am Freitagnachmittag Pekinger Zeit erwartet.

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